Behandlungsstelle (BhS)
Eine Behandlungsstelle stellt die Behandlungseinheit dar, die durch die Leistungsfähigkeit eines GW-Sanität der MTF hergestellt werden kann. In der Regel wird hier das mitgeführte Preßluftzelt mit 40 qm Fläche aufgestellt und eingerichtet.
Wir nutzen in Kassel bei der Aufgabenverteilung die Vorgaben des Rettungszuges der SEG Kassel (Assi / Schocker / Monitor Konzept, siehe SEG Seiten). Die Mannschaft des GW-Sanität und damit der Behandlungsstelle besteht aus:
- Gruppenführer (RS), führt die Gruppe und das Zelt und übernimmt die Dokumentation und hält Verbindung (u.a. Funk)
- Notarzt, führt die medizinische Arbeit im Zelt und respektiert die Arbeitsteilung (kein Funk)
- Maschinist (SanH, Führerschein Klasse C, Ausbildung Maschinist bzw. T&S), übernimmt die Abgabe der „Tickets“ im Ticketsystem des BHP MTF (siehe „Behandlungsplatz Management“)
- Assi (RS, Assistent des Arztes)
- Schocker (RS, für Infusionen und Medikamente zuständig, aufgrund der unpraktischen Kistenkonzeption auch für das Heranschaffen des Materials am Patienten zuständig)
- Monitor (SanH, prüft zyklisch die Vitalfunktionen aller in der BhS betreuten Patienten)
Aufgrund der Art der Arbeitsweise des BHP der MTF mit gleichwertigen Behandlungsstellen ist die Behandlungskapazität der Behandlungsstelle die folgende:
- 3 Behandlungsplätze in Arbeitshöhe für maximal rote Patienten (Nutzung der drei Tragenlagerungsböcke des GW-Sanität, die bei uns bereits aufgebaut auf dem Zelt verzurrt werden. Die Patienten werden alle so gelegt, dass der Kopf jeweils am Zeltrand liegt. Die Kopflage zur Mitte wurde getestet, da im Zelt somit eine deutlich einfachere Intubation möglich wäre. Dies wiegt aber die Probleme mit im Wege hängenden Kabeln keineswegs auf und wurde daher wieder verworfen.
- 2 Behanldungsplätze für maximal gelbe Patienten (liegend) auf Tragen in Bodenlage. Diese Plätze wurden (siehe Bild) vorsätzlich auf die andere Seite gelegt, damit bei der Arbeit an den Tragenlagerungsböcken kein Helfer über die Paitenten fallen kann bzw. den am Boden liegenden Patienten durch die Arbeitshektik entstehenden Vorgänge Angstzustände entstehen.
- 3 sitzende Plätze für grüne Patienten Im Bereich vorne rechts.
Die grundsätzliche Verteilung im Zelt ergibt sich also folgendermaßen:
- 40% entspricht 3 rote Patienten (liegend, auf Arbeitshöhe)
- 20% entspricht 2 gelbe Patienten (liegend)
- 40% entspricht 3 grüne Patienten (sitzend)
Nach der neuen Verteilung aus der vierten Sichtungs-Konsensus-Konferenz der Schutzkommission beim Bundesministerium des Innern in Berlin am 29.10.2012 ergibt sich hier sogar eine verminderte Kapazität für die Behandlungsstelle:
- 20% entspricht 1 bis 2 rote Patienten
- 20% entspricht 1 bis 2 gelbe Patienten
- 60% entspricht 5 grüne Patienten
So dass hier die drei Tragenböcke formal für die roten und gelben Patienten vorbehalten sind, die Tragen am Boden sowie die Sitzplätze für grüne Patienten.
Aus eigenen Ausstattungsbeständen wird das Zelt um zwei EKG Geräte (ZOLL M Serie) ergänzt, so dass die AED Geräte des GW-Sanität vorsorglich an den Plätzen der gelben Patienten vorgehalten werden. Sollten die EKG Geräte nicht mitgeführt werden, sind die AED Geräte an deren Stelle zu lagern.
Der GW-Sanität bringt zwei Sauerstoff Beatmungsgeräte mit (Medumat Standard a). Leider gibt es hier keine Möglichkeit für eine Sauerstoff Inhallation, so dass die zudem mitgelieferte Sauerstoff Inhallationskiste (MANV Kiste) ebenfalls neben den Beatmungsgeräten vorgehalten werden muss.
Insgesamt ist die Kistenausstattung zwar materiel sehr umfangreich und für den MTF Einsatzfall gelungen, die Bepackung ist jedoch ausschließlich für die Verlastung und eindeutige Kennzeichnung gelungen. Im Betrieb zeigt sich, dass für einen Betrieb der BhS annähernd alle Kisten im Zelt aufgestellt werden müssen und für die Zusammenstellung einfachster Verbände mehrere Kisten genutzt werden müssen. Dies ist maximal ineffizient. Wir haben daher aktuell persönliche Taschen am Mann im Test, die – je nach Aufgabe des Helfers – das benötige Material im Erstzugriff dort vorhalten und nur aus den Kisten nachfüllen. Anders ist eine geboten schnelle Patientenversorgung nicht möglich.

